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Thema: Digitalisierte Forensik, Homomorphe Kryptographie und Mobile Biometrie
Moderne Sensorik zur Digitalisierung von Strukturen und Oberflächen ermöglicht in zunehmendem Maße auch die kontaktlose, und damit zerstörungsfreie, hochauflösende digitale Erfassung von kriminalistischen Spuren als Grundlage für deren automatisierte Aufbereitung. Innerhalb der Prozesskette von der Erstellung über die Digitalisierung bis hin zur Aufbereitung forensischer Handschriftspuren können die Studierenden an unterschiedlichen Aufgabenstellungen der Signalverarbeitung und Mustererkennung, im Rahmen eines Forschungsprojektes mitarbeiten. Die individuellen Projektarbeiten werden mit den Teilnehmern basierend auf den Vorkenntnissen und Interessen abgestimmt, mögliche Projektthemen können dabei sein:
- Entwurf und Planung von experimentellen Szenarien (Versuchsaufbauten im Labor) und systematisches Erstellen von Handschriftproben und deren Digitalisierung mittels 2D/3D-Nanometersensorik
- Entwurf unf Umsetzung von Software zur Detektion von Handschriftspuren (sichtbar/unsichtbar) auf unterschiedlichen Untergründen
- Klassifikation von Schreibwerkzeugen sowie des Materials der Schriftspur bzw. der Schreiboberfläche.
Homomorphe Kryptographie bietet die Möglichkeit, bestimmte mathematische Berechnungen durchzuführen, ohne dabei die beteiligte Operanden zu entschlüsseln. Beispiele dafür sind einfache Rechenoperationen oder das Suchen auf verschlüsselten (und somit geschützten) Daten. Biometrie und Forensik bilden somit ein wichtiges Anwendungsgebiet für Homomorphe Kryptographie, da hier mit persönlichen Daten gearbeitet wird, welche strengen Datenschutzbedingungen unterliegen.
Die Studierenden sollen sich deshalb im Rahmen dieses Projektes mit den Grundlagen homomorpher Verschlüsselungsverfahren vertraut machen und entsprechende Verfahren im Kontext von vertraulichen biometrischen und forensischen Daten entwerfen, umsetzen und evaluieren. Ziel dabei kann bspw. die Entwicklung eines Demonstrators zur Durchführung von biometrischen Vergleichen auf Basis von verschlüsselten Referenzdaten sein.
Biometrieverfahren auf mobilen (smarten) Endgeräten: hier besteht Forschungsbedarf u.a. im Bereich der ubiquitous Biometrie, d.h. für biometrische Erkennungen über Systemgrenzen hinweg. Insbesondere ist hier von Interesse, wieweit die Erkennungsgenauigkeit optimiert werden kann, wenn Benutzer ihre Biometrie auf verschiedenen Plattformen einsetzen. Ausgangspunkt ist bereits bestehender Algorithmus für die biometrische Handschrift, welcher hinsichtlich dieser Ziele weiter entwickelt, optimiert und experimentell evaluiert werden soll.
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